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Grand Theft Auto IV Review [spielbericht] Plattform: XBOX360 | Games |DDA

Grand Theft Auto IV Review

Testbericht - Seite 1/2 (weiter)

Review von Grand Theft Auto IV:

Ich habe lange überlegt. Überlegt, was ich genau in dieses Review schreibe und wie ich es strukturiere.
Dann hab ich mich dazu entschlossen, es in einer schönen, detaillierten Auflistung der Veränderungen-Verbesserungen zu gestalten und euch zu präsentieren.
GTA4, der mittlerweile 6te Teil der Reihe (San Andreas und Vice City wurden nicht offiziell nummeriert), baut auf das gleiche Spielprinzip der alten Titel. Und da ich dies nicht – wie in anderen hundert Reviews bereits getätigt und allseits bekannt – nochmal platt treten möchte, geb ich hier nur einen kurzen Abriss des Prinzips - (GTA) Grand Theft Auto – hat folgende Elemente:
Eine große, frei begehbare Welt, einen Hauptcharakter, den man ausschließlich steuert, eine Storyline, Humor und vorallem: Freiheit. Dieses Element, das der Freiheit, ist das Markenzeichen der Reihe. So stehen sie nie unter Druck, die Storyline ist in Aufgaben gegliedert, bei denen sie bestimmen wann sie gelöst werden. Unzählige Nebenquests können erledigt werden, kleinere Nebenmission wie die Bürgerwehr, wo sie Verbrecher der Stadt erledigen, oder sie erkunden einfach nur die Welt. Alles KANN man machen – muss es aber nicht. Ob ich nun stundenlang einfach nur Autos klaue und damit durch die Welt rase, oder ob ich arme Passanten verprügle um an ihr Geld zu kommen, oder ob ich einfach nur die schönsten Orte zum Rumhängen suche, es ist völlig mir überlassen. Und eins wird hier auch schon klar: GTA ist kein Spiel das in die Hände von Kindern gehört. Denn hatten zwar die Vorgänger Titel teilweise noch „ab 16“ auf der Packung, steht hier nun ganz klar: Keine Jugendfreigabe. Und das hat seine Berechtigung! Folgt man doch der Storyline, wird man schnell recht überzeichneten, aber meist immer sympathischen Charakteren vorgestellt, lernt anhand einfach Aufträge das Spiel und die Funktionsweisen kennen und wird somit sehr gut in das Spiel eingeführt. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei – leider manchmal etwas rapide – an: Müssen wir zuerst nur ein Auto klauen und es zu unserem Kumpanen bringen, werden später ganze Geldtransporter überfallen oder sogar Bänke ausgeraubt. Auffallend ist auch die meist sehr feine Ausarbeitung der Aufträge, doch dazu später mehr. Es sei noch kurz gesagt: GTA kann man hassen oder lieben. In meinem Freundeskreis ist es entweder man liebt es, oder man kann einfach mit dem Prinzip nichts anfange. Ein paar gute Gründe, es doch mal zu versuchen, liefere ich ihnen gleich – aber auch ein paar negative Seiten werde ich beleuchten.

a) Die Story: Niko Bellic. So heißt der Hauptcharakter des neuen GTA Teils. Er wandert nach Amerika ein um neu anzufangen. Sein Cousin Roman versprach ihm Geld, Autos, Frauen – Doch als er eines Nachts mit dem Schiff in Amerika ankommt, ist Roman nicht nur zu spät, sondern kommt auch in einer alten Klapperkiste angefahren. Doch Roman hat noch mehr auf Lager.
Denn er hat Geldprobleme. Niko hilft ihm dabei, sie los zu werden und liquidiert diverse Leute. Doch genau das bringt ihn zu dem, was er vermeiden wollte: Er rutscht wieder in die Kriminalität ab. Doch Niko hat – natürlich durch uns – Talent fürs töten, klauen und flüchten und lernt immer neuere, mächtigere Menschen kennen.
Diverse male erzählt er dabei von seiner Vergangenheit, wo er im Krieg diente und grausame Verbrechen erlebte.
Hier lässt sich feststellen: Die Ideen sind ausgefallener als in den Teilen zuvor. Ein Europäer der in Amerika einwandert klingt schon mal erfrischend anders. Doch hier lässt sich eine kleine Schwäche der GTA-Serie erneut festmachen: Die Story ist hübsch und schön inszeniert. Die Charaktere sind wunderbar überzeichnet und synchronisiert, der Witz geht nie verloren. Allerdings ist die Story – was ihre Spannung angeht – eher schwach auf der Brust. Das mag daran liegen, dass man ihr GTA-typisch nicht direkt folgt: So mach ich den einen Auftrag mal hier, dann in zwei Tagen den nächsten, weil ich zwischen drin etwas anderes getan habe. Aber auch der starke Beginn wird leider nicht ganz auf dem Niveau weitergehalten. Es gibt nichts, was man noch nicht gesehen hat – wenn man die anderen Teile schon gespielt hat. Selten saß ich vor meinem Fernseher und dachte „Oho, das hab ich nicht erwartet.“. Trotzdem: Dieser Kritikpunkt ist ungefähr so, als würde bei einer Erdbeertorte ein Stück fehlen. Mehr nicht. Und die diversen „Wen töte ich?“ Entscheidungen gen Ende brauchen manchmal doch längere Überlegungen.

b) Die Missionen: Schießerein, Verfolgungen, Überfälle, Drogendeals, Begleitschutz. GTA4 fehlt nichts was das Gangsterherz höher schlagen lässt. Wie schon in den Teilen zuvor gibt es Haufenweise Aufträge. Kurz und Knapp kann man hier allerdings wieder feststellen: GTA4 lässt ein bisschen nach. Viele Missionen arten in Massenschießereien oder Verfolgungen aus. Liquidierungen sind an der Tagesordnung. Selten ist mal ein Schmankerl dazwischen wie ein Banküberfall. Hier hätte man wesentlich mehr Abwechslung gewünscht. Die Missionen machen immer noch Spaß und motivieren – doch ich, als GTA-Kenner, bin hier schon mehr Kreativität gewöhnt. Trotzdem: Es macht immer noch Spaß!



c) Animationen und Physik: WOW! Mehr fällt mir nicht ein. Ja: Ich bin eine Grafikhure. Dazu sei gesagt, dass besonders Physik und Animationen, die ich hier mit als „Grafik“ im weitesten Sinne fasse, mich begeistern. Und was GTA4 hier für ein Feuerwerk abbrennt ist schon beeindruckend. Wie? Sie finden ich übertreibe? So toll kann das nicht sein? Dann passen sie mal auf: Sie nehmen einen feinen Porsche (Natürlich heißt der im Game nicht so, aber die Ähnlichkeit ist schon verblüffend..) und brausen mit satter Geschwindigkeit durch die Straßen von Liberty City. Plötzlich kommt ein unaufmerksamer Passant in ihre Quere, sie drücken auf die Bremsen, doch erwischen ihn noch. Was passiert? Die Polygone vor ihnen werden auf ihre Motorhaube klatschen, evtl. sogar drüberrollen, oder eben einfach nur langsam von ihrer Motorhaube rutschen. Wenn sie Glück haben, steht der junge Mann, vor Schmerzen gekrümmt, auf, knickt dann wieder ein. Ein Passant der den Unfall gesehen hat ruft Polizei und Krankenwagen mit seinem Handy an. Klingt wie im Film? Ist aber eine Szene aus GTA. Mehr? Klar: Niko kann Treppen laufen. Wie, das klingt blöd? Das konnte Tommy Vercetti auch schon? Klar, aber nicht so schön animiert wie Niko. Niko geht die Stufen, ja man spürt sie fast mit dem Gamepad. Auch wenn er Treppen runterrennt, sprintet er nicht einfach eine schiefe Gerade runter, sondern versucht mit breitem Schritt die Stufen zu nehmen. Ihr Herz wird springen, wenn sie diese Animation sehen. Ebenso hebt Niko einen Fuß auf einen Bordstein, während er mit dem anderen noch auf der Straße steht. Keine schiefen Geraden mehr – Pures Vergnügen. Diese Details in Animationen gehen durch das ganze Spiel: Niko lenkt entsprechend ihrer Richtungstasten oder drückt auch wirklich die Hupe wenn sie Hupen. Oder warten sie ab, bis sich mal jemand an ihre Tür klemmt und von ihnen mitgeschleppt wird. Göttlich! Dazu gesellt sich das erste mal in einem GTA Teil die Physik dazu. Polygonmenschen fliegen realistisch durch die Gegend, Zäune und Holzplanken können nun einfach kaputt gefahren werden. Das Schadensmodell der Autos wurde erweitert. Wenn ich frontal gegen einen Baum fahre, dann wickelt sich das Auto eben auch um den Baum. Schön nebenbei: Es kann sein, das ihr Auto einfach nicht mehr anspringt, wenn sie den Motor zu sehr schrotten.
Um die nette Physik mit den tollen Animationen zu verbinden: Ich musste böse grinsen, als ich den Herren oben, der an meiner Autotür hing, gegen eine Straßenlaterne geführt habe. Der hält sich sicher nirgendswo mehr fest!

d) Grafik: Grafisch macht GTA4 ganz klar einen Sprung. ABER! Ja, aber. Oke, nun kommt wieder der Einwand: „Wer GTA spielt, spielt es nicht wegen der Grafik.“ Nagut. Das mochte für die letzten GTAs gegolten haben, doch GTA4 ist anders. Denn ich hasse und liebe GTA für seine Grafik: Sie kann zwar immer noch nicht mit Titeln wie Crysis oder Gears of War mithalten – wer hätte das aber auch erwartet? - jedoch wieder mit eigenem Charme überzeugen. Besonders wichtig: Die „Ferne“ wird unscharf dargestellt. Dies erzeugt ein Gefühl von Weite. Wenn ich am Ufer stehe und in der Ferne die Statue of Happiness sehe (Na, wer kommt drauf, was das wohl ist?), die unscharf dargestellt wird, sieht das einfach unbeschreiblich schön aus. Wenn dazu noch die mit unter besten Wettereffekte ever kommen – darunter wunderschöner, atmosphärischer Regen und traumhafte Sonnenuntergänge, dann erzeugt das Spiel seine eigene kleine Welt in die man gerne eintaucht.
Doch auch ein GTA hat seine Schattenseiten – und die offenbart es am meisten in der Grafik:
Schatten sehen unscharf aus, die Unschärfe in der Ferne wirkt ab und zu etwas zu „nah“, die Bäume bestehen aus Sprites und sehen aus wie aus einem Comic entnommen. Hier und da wirken Texturen unscharf, die Figuren wirken ab und zu wie bemalte Wattebausche. „Aufploppen“ der Umgebung kommt zwar praktisch nie vor, außer sie fahren sehr sehr sehr sehr...sehr schnell, doch das es noch vorkommt ist nervig. Nextgen würdig ist das teilweise nicht. Hier sei gesagt: Wir spielen GTA sowieso nicht wegen der Grafik.

e) Details: Ja. Die Details. Es lässt sich vermuten, dass davon eine Menge drin stecken: Allein was die Physik und die wunderbaren Animationen hergeben. Aber es geht noch mehr – und hier ist ganz klar die Stärke von GTA4.
Niko hat ein Handy. Anfangs noch ein unmodernes ohne krasse
MP3-Theme-Hastenichtgesehen-Unterstützung, doch auch das erfüllt seinen Zweck: Sie rufen damit ihre sozialen Kontake an und treffen sich mit ihnen zum Dart, Bowling oder Pool, gehen mit ihnen in einen Strip Club oder in eine Comedy-Show. Klingt langweilig? Gar nicht! Sie dürfen nämlich alles spielen. Echtes Pool, echtes Bowling, echtes Dart. Es gibt sogar echte Shows mit unter Anderem Katt Williams als Comedian. Die Spielmechanik der Games ist zwar relativ simpel gehalten (Was besonders beim Pool auffällt) aber macht ab und zu doch Spaß und die paar Minuten im Club sind einfach Entspannung für sich.
Bald wird ihre Kontaktliste immer länger und länger und auch Frauen tummeln sich irgendwann dadrin. Die können sie daten und am Ende sogar den Beischlaf verüben. Spielerische Auswirkungen haben gut gepflegte Kontakte auch: Wenn sie zum Beispiel bei Little Jacob viel Sympathie genießen, verkauft der ihnen Waffen wenn sie ihn anrufen zu verbilligten Preisen. Oder ihr Cousin schickt ihnen kostenlos ein Taxi auf Anruf. Und selbst dieser Taxifahrer hat wieder einen eigenen Text, den er sprechen darf, wo er sich lauthals darüber beschwert dass er Niko kostenlos rumkutschiert. Jedoch sei gesagt: Mich haben die Kontakte gegen Ende genervt. Ständig ruft jemand an und möchte ausgehen. Was am Anfang noch Spaß macht wird gegen Ende etwas monoton und langweilig und nur noch Arbeit statt Spaß.
Wenn sie ihre Freunde ein Beispiel für die Detailtiefe geben wollen, weil sie ihren besten Freund davon überzeugen wollen sich endlich eine Xbox anzuschaffen, damit sie zocken können, nennen sie das Internet Sie können mit ihrem Handy Freunde anrufen und SMS empfangen die ihnen Freunde schicken und unter anderem Aufträge damit verteilen. Doch GTA wäre ja nicht GTA, wenn man nicht noch Detials einstellen kann: Man kann die Schriftgröße im Menü ändern oder den Klingelton wechseln. Da ihr erstes Handy aber kein MP3 unterstützt, können sie erst mit späteren welche aus dem GTA-Internet herunterladen und als Klingelton einstellen.
Internet? Ja, sie haben richtig gehört. GTA hat ein eigenes Internet. Typisch für die Serie werden sie auch wieder in einer Mission damit vertraut gemacht und es ist auch von Bedeutung: Sie können darin einen Partner finden oder einfach nur die akutellen News lesen, oder Emails schreiben, von denen sie auch regelmäßig welche empfangen – inklusive SpamMails. Die Nachrichten sind sogar aktuell und reagieren auf die Ereignisse in der Welt: Wenn sie jemand Bestimmten liquidieren, der von Bedeutung war, wird dies auch in den News vermerkt. Es kommt sogar in den Radionachrichten.

Um alle Details aufzuzählen reicht schlicht das Review nicht, aber eins können sie mir glauben: So eine in sich stimmige und komplette Welt finden sie in bisher keinem anderen Game. Xbox an, aufs Sofa setzen und eintauchen – das ist das Motto.

f) Zum Schluss noch ein Schmankerl: Der Multiplayer. Dazu muss man nichts sagen. GTA mit einem Multiplayer ist ein Traum. Und dieser hier ist nicht nur billiger Zusatz auf der Packung: Zig Spielmodi und hunderte begeisterte Spieler. Von Rennen über „Cops gegen Gangster“ bis zum freien Spielmodus ist alles dabei. Und es ist GTA!

Grand Theft Auto IV Screenshots:



Fazit und Wertung:

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