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Assassins Creed Review [spielbericht] Plattform: XBOX360 | Games |DDA

Assassins Creed Review

Testbericht - Seite 1/2 (weiter)

Review von Assassins Creed:

Als ich vor über einem halben Jahr zum ersten Mal den Trailer zu Assassins Creed von Ubisoft gesehen hatte, wusste ich sofort: dieses Spiel muss ich haben! Trotz der langen Wartezeit danach, verlor ich AC nie aus dem Sinn und freute mich umso mehr, als ich es dann erstmals bei einem Kumpel anschauen durfte. Kurze Zeit später zierte es auch meine Fernsehwand. Gerade mich als angehenden Historiker ist das Spiel mit seinem mittelalterlichen Hintergrund natürlich besonders interessant. Inwiefern Assassins Creed diese hohen Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in unserem Test.

Vergangenheit oder Moderne?

Als ich die CD erstmalig in meine Xbox360 legte, wollte ich meinen Augen nicht so recht trauen, als ich sah, wie sich die Entwickler die Storyline vorstellten. Denn anstatt einfach im Jahr 1191 zur Zeit der Kreuzzüge die Geschichte ablaufen zu lassen, beginnt das Spiel in unserer heutigen Zeit. Ihr wurdet entführt und findet euch bei einem etwas seltsamen Professor nebst seiner Assistentin wieder, die euch in den « Animus » schicken, eine Maschine, die über eure DNA die Geschichte eurer Vorgänger herauslesen kann. Da die Maschine aber alles andere als ausgereift ist, werdet ihr damit beauftragt, weit früher, als eigentlich benötigt, in die Geschehnisse des Jahres 1191 einzugreifen. Zu erwähnen ist noch, dass ihr ein direkter Nachfahre der Assassinen seid und wie ihr schon sehr bald erfahren werdet, nicht das einzigste « Opfer » des Professors seid. Obwohl ich persönlich diese Idee der DNA als Geschichtsträger der Vorfahren eher albern finde, verträgt sich die Moderne in Assassins Creed mit der Vergangenheit. Denn sobald ihr mittels Animus in die Vergangenheit zurückgeschickt wurdet, vergesst ihr schnell, dass dies eigentlich alles nicht real ist. Vielleicht habt ihr auch bereits den Vorspann gesehen und dort teilweise seltsame kleine Zeichen entdeckt, die um den Körper des einen oder anderen Menschen erschienen sind? Dies ist im Grunde eines der wenigen Ausnahmen, was euch im Spiel immer wieder daran erinnert, dass ihr in einer Maschine steckt. Es sind also zwei Erzählstränge, die in AC ablaufen und teilweise neue und überraschende Wendungen mit sich bringen. Als Altair im Jahr 1191 verliert ihr in der ersten Mission eure Waffen und euren Rang, weil ihr euch nicht an das Credo der Assassinen gehalten habt. Nun ist es eure Aufgabe, euch wieder nach oben zu kämpfen, indem ihr 9 Attentate auf berüchtigte Personen verrichtet. Richtige Filmsequenzen erwartet man im Spiel meistens vergebens, oft wird die Story durch Gespräche vorangetrieben, während derer ihr euch in einem gewissen Radius bewegen könnt. Insgesamt muss ich leider sagen, dass mich die Story nicht wirklich in ihren Bann gezogen hat. Das mit den Gesprächen ist zwar sehr interaktiv, langweilt aber mit der Zeit ein bisschen. Die eine oder andere Sequenz hätte sicher nicht geschadet.



Kein schöner Land, ...

Nachdem ihr von dem Altmeister der Assassinen den ersten Auftrag erhalten habt, schwingt ihr euch auf eueren Gaul und gebt ihm die Sporen. Das Reiten ist wirklich sehr gelungen und geht locker von der Hand. Das heißt ihr bleibt nicht unnötig an Hindernissen hängen oder stürzt mit eurem vierbeinigen Freund auch nicht in die Tiefe. Schon hier lässt sich die wirklich beeindruckende Grafik bestaunen, die teilweise fast photografisch wirkt. Steine, Felsen, Bäume und Sträucher – alles in liebevoller Detailarbeit programmiert. Fast noch besser wird es dann erst, wenn ihr zum ersten Mal die Stadt erblickt und eure Blicke über sie schweifen lässt. Insgesamt gibt es drei ziemlich große Städte: Damaskus, Akkon und Jerusalem. Alle sind anders aufgebaut und die komplette Stadt kann erkundet werden. Die drei berühmten Kreuzfahrerstädte sind nicht nur vom Grundriss verschieden, sondern auch die Besatzung unterteilt sich in Moslems und Christen. Bei einer Stadt werdet ihr sogar Belagerungsmaschinen und Zeichen von Kämpfen sehen, wenn ihr sie betretet. Wirkt wirklich authentisch und absolut klasse! Das Innenleben der einzelnen Städte ist dann eine wahre Augenweide. Überall tummelt sich Fußvolk, die sich frei bewegen und interagieren. So werdet ihr von Frauen belästigt, die Geld von euch wollen oder Betrunkene rempeln euch an. Pakete und Krüge werden herumgetragen und wenn ihr die Menschen anrempelt, so kann es passieren, dass ihr hinfällt. Gerade bei Verfolgungen wirkt sich dies mitunter sehr negativ aus, doch dazu später mehr. Die einzelnen Gebäude sind liebevoll modelliert und keines scheint dem anderen zu gleichen. Moscheen, Kirchen, Türme und Burgen wollen von euch erkundet und entdeckt werden.

Vom Meucheln und anderen Unsitten

Doch nun zu eurem Auftrag: das Töten von mehr oder weniger schuldigen Personen. Die Philosophie der Assassinen beruht ungefähr auf dem folgenden Konzept: Lieber stirbt einer als viele. Also zieht ihr los und versucht ein paar Obergauner aus dem Verkehr zu ziehen. Und das geht so: Ihr zieht von der Burg der Assassinen los in die nächste Stadt. Dort sucht ihr das Büro eines Verbindungsmannes auf, der euch mit weiteren Aufgaben betraut. Um die gesuchte Person zu finden, müsst ihr ein paar Aufgaben erledigen. Ihr müsst allerdings nicht alle Aufgaben erledigen, sondern könnt euch selbst entscheiden, welche Aufträge ihr annehmt. Allerdings fehlen euch dann am Schluss unter Umständen wichtige Informationen, die euren Meuchelmord erschweren. Um an die Informationen zu gelangen müsst ihr jeweils eine Person befragen, eine Person bestehlen und für einen Informanten eine Aufgabe erledigen. Um die Suche nach den Personen zu erleichtern, könnt ihr auf verschiedene Türme der Stadt klettern und von dort die Umgebung betrachten. Dann werden alle wichtigen Punkte auf der Karte im Umkreis dieses Turmes markiert. Alle drei Aufgaben laufen immer nach dem gleichen Schema ab und sind recht einfach zu lösen. Ihr sucht die Person auf, nehmt sie ins Visier und folgt ihr unauffällig. Während ihr bei der Befragung die betroffene Person verprügeln müsst, bis sie euch sagt, was ihr wollt, müsst ihr die zweite Person bestehlen. Bei eurem Informanten müsst ihr im Normalfall entweder Flaggen möglichst schnell aufsammeln oder ein paar feindliche Soldaten lautlos ermorden. Habt ihr dann alle Informationen gesammelt, kehrt der Assassine Altair in das Verbindungsbüro zurück und erhält das Okay für den Anschlag. Leider, und das muss ich hier ganz stark betonen, verhält sich jeder Auftrag genau gleich! Das heißt, wenn man einen Anschlag erfüllt hat, kennt man praktisch das ganze Spiel. Überraschungen sind dann wirklich Mangelware. Es gibt noch eine Art von Nebenmission, die ihr in jeder Stadt erfüllen dürft und das ist die Rettung von Bürgern, die von Soldaten bedrängt werden. Als Gegenleistung helfen euch die Bürger dann, wenn ihr von Soldaten verfolgt werdet. Insgesamt ist das aber für ein Spiel mit solchen Grundstrukturen einfach zu wenig. Man ist heute einfach mehr gewöhnt, wie ein GTA zeigt. Vielfalt ist ein wichtiges Merkmal eines Spieles und das fehlt mir bei Assassins Creed einfach.

Arcade oder Simulation?

Werdet ihr bei einem eurer Attentate ertappt, so bleiben euch zwei Optionen: Entweder ihr flieht und versucht aus dem Blickfeld eurer Verfolger zu entkommen um euch dann in einem von vier Zufluchtsorten wie beispielsweise einem Heuhaufen zu verstecken, oder ihr nehmt es mit ihnen auf und stellt euch dem Kampf. Während euch am Anfang nur euer Schwert zur Verfügung steht, wird euer Waffenvorrat mit erfolgreichem beendigen eines Auftrags immer mehr erweitert. So erhaltet ihr neben einem kleinen versteckten Messer noch einen Dolch, Wurfsterne und eine Armbrust. Zusätzlich erlernt ihr noch verschiedene Kombos und Verteidigungsbewegungen. Und schon sind wir mitten im Kampf. Ihr zückt euer Schwert und nehmt mit der RT Taste die Verteidigungsstellung ein. Nun ist es den Gegnern fast unmöglich, euch überhaupt noch zu treffen, wenn ihr euch nicht bewegt. Selbst wenn ihr von 10 feindlichen Soldaten umzingelt seid, ist das kein Problem. Nur eine Flucht ist dann mitunter schwierig. Aber warum fliehen, wenn man dem Feind so überlegen ist? Und genau das ist wieder ein Knackpunkt in Assassins Creed. Es ist viel zu einfach. Da es keine einstellbaren Schwierigkeitsgrade gibt, könnt ihr höchstens noch freiwillig auf den Verteidigungsbutton verzichten, aber das ist eigentlich nicht der Sinn des Spieles. Drückt ihr länger auf X, so führt euer Charakter einen starken Schlag aus, drückt ihr mehrmals, führt er einen 3er Komboschlag aus. Am wirksamsten ist aber die Konterattacke. In der Verteidigungsstellung müsst ihr warten, bis euch ein Gegner angreift und dann X drücken. Nun wird eine Animation eingespielt, in der Altaire gekonnt den Gegner auf jede erdenkliche Art ins Jenseits schickt. Zugegeben, es sieht klasse aus, wenn Altaire dem Hieb ausweicht und seine Klinge durch den Leib des Feindes fahren lässt, aber nach ein paar Kämpfen hat man alles gesehen und was dann? Es wird spätestens Mitte des Spieles einfach langweilig. Warum nur wagt man nicht ein völlig neues Nahkampferlebnis mit vielen Interaktionen des eigenen Spielers? Es ist mir unbegreiflich.

Ein Affe?

Ähnlich ist es bei den Kletterpartien, die euch kreuz und quer durch die Stadt führen. Altaire wirkt hier teilweise wie ein Äffchen, welches sich geschickt die Wände hinaufangelt. Alles, was aus der Wand hervorsteht oder den Eindruck erweckt, dass man auch in der Realität halt finden könnte, das könnt ihr für eure Kletterei nutzen. Doch auch hier wird es dem Spieler wieder viel zu einfach gemacht. Es ist fast unmöglich abzustürzen und man hat teilweise das Gefühl, euer Spieler klettert fast von alleine. Zwei Tasten drücken und ab gehts. Sieht natürlich alles super aus, das ist keine Frage, aber ob dies dem professionelleren Spieler genügt? einfach.

Assassins Creed Screenshots:



Fazit und Wertung:

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