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The Witcher Review [spielbericht] Plattform: PC | Games |DDA

The Witcher Review

Testbericht - Seite 1/2 (weiter)

Review von The Witcher:

Nach langer Zeit kommt mit dem Spiel „The Witcher“ wiedermal ein echt gutes Rollenspiel auf den Markt. Eine packende, fesselnde und einzigartige Story, welche sogar (in heutiger Zeit eine Seltenheit) fast Bugfrei umgesetzt wurde und viele schwere Entscheidungsfragen die den weiteren Verlauf der Story mitbestimmen.

The Witcher erzählt die Geschichte des Hexers Geralt von Riva dem „weißen Wolf“. Geralt wird zu Beginn des Spiels bewusstlos und mit Gedächtnisverlust von anderen Hexern im Wald aufgefunden und in die Festung Khaer Moren gebracht. Bereits auf dem Weg dorthin erwacht er und wird darüber aufgeklärt, dass er vor 5 Jahren gestorben ist. Für lange Erklärungen bleibt jedoch keine Zeit denn schon ist man voll im Spielgeschehen. Khaer Moren wird von einem mächtigen Magier und einer Meute Banditen angegriffen die überdies einen riesigen Furchtbringer mit sich führen. Geralt und die anderen Hexer haben alle Hände voll zu tun um Ihre Festung zu verteidigen und schon steht man vor der ersten Entscheidungsfrage: Geht man mit Triss (übrigens Geralds große Liebe wie sich später herausstellt) und verteidigt das Labor und die darin enthaltenen wichtigen Mutagene und Hexerutensilien, oder hilft man draußen gegen den riesigen Furchtbringer und die Banditen? Wie auch immer man sich entscheidet die Mutagene werden gestohlen, ob noch mehr Sachen entwendet werden können, liegt an der vorher getroffenen Entscheidung. Einzig zurückbleibendes Indiz ist ein Salamanderabzeichen und der Name des Magiers Azar Javed. Die Rückbeschaffung der Mutagene und Suche nach den Salamandern und Javed führen Geralt nach Wyzima, da er dort vor seinem Tod König Foltest’s Tochter von einem schrecklichen Fluch befreit hat und daher in des Königs Gunst steht.

The Witcher nutzt die Aurora-Engine, welche auch bereits bei Titeln wie "Neverwinter Nights 1" zum Einsatz kam. Allerdings was aus der Bioware-Engine noch rausgeholt werden konnte, ist erstaunlich. Wetter-, Wasser-, Licht- und Schatteneffekte sehen absolut fantastisch aus. Die Gebiete selbst sind sehr abwechslungsreich, detailliert und liebevoll umgesetzt und haben jedes für sich eine wundervolle Atmosphäre. Das sich im Wind wiegende Gras und die Blätter lassen einen fast selbst durch die Landschaft spazieren. Nachteil daran sind allerdings die Ladezeiten, welche nicht nur bei Umgebungswechseln stattfinden, sondern auch wenn man ein Gebäude betritt oder verlässt (letzteres spürt man deutlicher, da die gesamte Stadt geladen wird). Je nach Hardware-Ausstattung des Rechners, sind die Ladezeiten mehr oder weniger „störend“, nehmen aber in keinem Fall den Spielspaß. Dennoch wird vor Weihnachten noch ein Patch nachgereicht, der die Zeitspannen ein wenig verkürzen soll.

Die Animationen sind ebenfalls gelungen. Geralts Bewegungen im Kampf, welche durch den Ausbau der Fähigkeiten vielfältiger werden, sind teilweise sehr beeindruckend umgesetzt und es macht Spaß ihm auch mal genauer zuzusehen. Schade nur, dass die NPC’s sich teilweise gleichen wie eineiige Zwillinge. Ebenso ähnelt sich Innenausstattung der verschiedenen Häuser.

Im Spiel gibt es unzählige Zwischensequenzen welche in Spielegrafik gehalten sind und unheimlich zur Atmosphäre beitragen. Ebenso kommen nach und nach Flashbacks aus Geralts Erinnerung und Gedanken vor, die in wunderschönen Standbildern erzählt werden.



Soundmäßig gibt es leichte Mängel. Stellenweise wirken bei der deutschen Synchronisation die Sprecher so, als würden sie lustlos von einem Zettel ablesen und keine Ahnung über die Zusammenhänge der Dialoge haben (Backgroundstory). An manchen Stellen sind Wörter falsch betont worden. Besonders an einer Stelle im vierten Akt, bin ich wegen einer Falschbetonung richtig erschrocken. Alles in allem haben andere Magazine aber deutlich übertrieben und im Großen und Ganzen ist die Vertonung in Ordnung. Dennoch lässt Atari dies nicht auf sich sitzen und möchte manche Textpassagen neu aufnehmen lassen um die Patzer auszubessern. Wer möchte, kann aber natürlich auf die englische Sprachausgabe zurückgreifen, welche wirklich gut sein soll. Abgesehen von den wenigen Betonungsfehlern, ist der übrige Sound erstklassig. Sowohl die Soundeffekte von Schwerthieben bei Kämpfen, oder von Monstern und Magie als auch die Hintergrundgeräusche (welche abhängig von der Tageszeit und Ort unterschiedlich sind) sind 1a gelungen. Vor allem aber die Musik ist beeindruckend und atmosphärisch.
The Witcher bietet zwei Steuerungsmöglichkeiten an. Eine Kombination aus Maus und Tastatur und eine Steuerungsmöglichkeit, mit der man Geralt komplett mit der Maus steuern kann. Ich selbst traktiere gerne meine Maus und habe daher auch nur diese Variante gewählt. Die Steuerung per Maus, vor allem im Kampf, ist völlig unkompliziert. The Witcher bietet drei Schwierigkeitsgrade zum Gameplay. Auf ersten beiden erhält man sowohl optische als auch hörbare Unterstützung im Kampf, wann man klicken muss um eine bzw. die nächste Combo auszulösen. Im letzten und härtesten Schwierigkeitsgrad fällt die optische Unterstützung weg.

Im Kampf selbst wählt man eine passende Waffe aus, ein Hexer kämpft vorwiegend mit Schwertern. Ein Stahlschwert für menschliche Gegner und ein Silberschwert für Ungeheuer. Hierfür stehen drei verschiedene Kampfstile zur Verfügung. Ein schneller Stil für wendige Gegner mit leichter Rüstung, ein starker Kampfstil für langsamere Gegner mit schwerer Rüstung und ein Gruppenkampfstil, wenn Geralt sich umzingelt von einer Horde Gegner seiner Haut erwehren muss. Die Bewegungsabläufe im Kampf sind wirklich gut gelungen und wie schon erwähnt, braucht man in der Maussteuerung nur im richtigen Moment klicken um die nächste Combo auszulösen. Je weiter die Fähigkeiten ausgebaut sind, umso mehr Angriffswellen hat man zur Verfügung. Klickt man zu früh oder zu spät, wird die Angriffswelle abgebrochen und man fängt mit der ersten Angriffsattacke wieder an.
Außerdem kann Geralt im Laufe des Spiels sechs magische "Zeichen" erlernen und nach und nach ebenfalls im Fähigkeitsbaum ausbauen. Darunter befinden sich Igni (ein Feuerzeichen) und Aard (ähnlich der Telekinese). Diese beiden werden im Spiel tatsächlich benötigt (auch für einige Quests), die anderen vier benötigt man nicht zwingend und kann man daher je nach belieben ausbauen (oder auch nicht). Viel wichtiger sind für Geralt die Tränke, denn ein Hexer ohne Tränke wäre nur ein halber Hexer! Im Laufe des Spiels erlernt man immer mehr Rezepte zum Brauen der Hexertränke, welche entweder gesundheitsregenerierende Wirkung haben, oder angriffsunterstützend beeinflussen. Klingt wie in jedem RPG? Ist es aber nicht. Die Hexertränke sind einzigartig und kann man nirgends kaufen, man muss sie wirklich selber brauen (also nicht vergessen Alchemie ausbauen im Fähigkeitsbaum!). Außerdem sind die Tränke teilweise hochtoxisch. Die Hexer können durch Ihre Mutationen höhere toxische Dosen einnehmen ohne Nebenwirkungen, aber nicht unendlich! Sollte sich also das Bild mit vielen roten Pünktchen füllen, welche oft für Grafikfehler gehalten werden, (nein es sind keine!), dann sind das Vergiftungserscheinungen und man sollte meditieren oder einen Entgiftungstrank trinken.
Um den Fähigkeitsbaum auszubauen, braucht man einerseits natürlich Erfahrungspunkte, aber auch Bücher müssen gelesen werden um weiterzukommen (z.B. Identifizierung von Pflanzen, oder diverse Monsterbücher). Erwähnenswert wäre wohl auch das Inventar, welches ein wenig eng ausgefallen ist. Ich persönlich hätte gerne ein paar mehr Waffen und Gegenstände aufgesammelt um sie zu verkaufen. Gerade in den ersten zwei Kapiteln kämpft man ein wenig mit dem finanziellen. Eine nette Idee ist das Würfelpoker oder Faustkämpfe (welche auch gleich sich durchs ganze Spiel ziehende Nebenquests sind) um seinen finanziellen Polster aufzubessern.

Die Quests im Spiel sind neben denen die zur Hauptstory gehören, hauptsächlich Ungeheuerjagd und Sammelaufträge, da ein Hexer ja ein Ungeheuerjäger ist. Klingt eintönig, fällt aber nicht ins Gewicht, weil alles ineinander greift. So erledigt man die Sammelaufgaben im gleichen Zug auf dem Weg zur nächsten Hauptquest, da man sowieso dorthin muss und einem die zu sammelnden oder tötenden Objekte quasi vor die Klinge springen. Pro Stufenaufstieg erhält Geralt Talentpunkte, die er während einer Meditation im Fähigkeitsbaum umsetzen kann. Bossgegnern aus den Hauptaufgaben, wie etwa der Bestie im ersten Akt, kann man Spezialsubstanzen entnehmen, mit denen man Tränke brauen kann, die entweder zusätzliche Talentpunkte geben oder spezielle Fähigkeiten freischalten. Auch bei Schwertern zählt eher der Ausbau, als der Tausch. Ein Hexer würde niemals auf seine beiden Hexerschwerter verzichten. Im Laufe des Spiels finden sich Meteoritensteine und magische Runen mit welchen man die Schwerter aufbessern kann. Rüstungen gibt es generell nur zwei im Spiel.

The Witcher Screenshots:



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