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Hellgate London Review [spielbericht] Plattform: PC | Games |DDA

Hellgate London Review

Testbericht - Seite 1/2 (weiter)

Review von Hellgate London:

Bill Roper, der damals mit seinem Team Blizzard verließ um ein eigenes Studio zu gründen, genannt Flagship Studios, wurde eigentlich nur belächelt, als er verlauten ließ einen Diablo Killer entwerfen zu wollen. Doch nichtsdestotrotz hat er es durchgezogen und stellt uns jetzt mit Hellgate London ein Spiel vor, was Diablo den Rang ablaufen soll. Ob das Spiel die in es gesetzten Anforderungen erfüllt, werden wir sehen.

Eingeleitet von einem sehr schönen und vor allem theatralischem Intro, beginnen wir den Einstieg in die Welt von Hellgate: London, dessen Geschichte mehr als traurig ist. Denn das London oder besser gesagt, die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr! Das Spiel handelt in einer Zukunft, die von Dämonen kontrolliert wird. Als sich doch durch immerwährende Ignoranz der Menschen nach und nach der Glaube an das Böse legte, wurden die Bannkräfte der Erde immer schwächer, so dass der Tag des Jüngsten Gerichts anbrach. Die Erde wurde überschwemmt von den Toten aus der Unterwelt, den Dämonen und anderen abscheulichen Kreaturen. Sie stürzten die Welt ins Chaos, das totale Chaos. Überall nur Tod und Verdammnis. Die Welt von Hellgate: London. In dieser von Mordlust zerfressenen Welt spielt Ihr einen der letzten Überlebenden. Von den Templern gerettet, in den versiegelten U-Bahnstationen im Londoner Untergrund, beschützt, kämpft ihr nun um das Überleben der Menschheit! Die Geschichte wird im Spiel, durch die einzelnen Quests sowie vereinzelten Zwischensequenzen erzählt. Leider muss man dazu sagen, dass diese nicht gerade vor Einfallsreichtum glänzen. Es ist genauer gesagt eine ständige Wiederholung, einiger weniger Aufgaben. Wie zum Beispiel, das Töten bestimmter Gegner, Beschaffung bestimmter Teile, das erkunden von Gebieten, das Treffen von der und der Person und so weiter und so weiter. Ihr seht, ein wenig Kreativität hätte dem teilweise zähen Spielfluss gut getan. Es gibt ein paar gute Ansätze die leider auch nur ein paar sind. Wie eine lustige Runde Capture the Flag, mit Dämonen. Doch im Ganzen, wiederholt sich einfach viel zu viel im Spiel, nicht nur die Quests.

Um die Welt zu retten, wird euch die Auswahl über 6 verschiedene Klassen gegeben, die in 3 Kategorien aufgeteilt sind:
Die Nahkämpfer, angeführt vom mächtigem Schwertmeister, der mit 2 Schwertern durch die Mengen schlachtet und dabei kein Erbarmen zeigt.
Den Hüter, geschützt durch eine mächtige Rüstung und einem Schild, rückt er den Dämonen auf die Pelle.
Die Fernkämpfer, angeführt vom Scharfschützen der es vorzieht auf Augenkontakt zu verzichten und seine Gegner somit auf große Distanzen auslöscht.
Den Ingenieur, kann man eher als Technik-Freak bezeichnen, er baut sich Drohnen zusammen die ihm im Kampf helfen, während er selbst mächtige Schusswaffen mit sich führt.
Die Magier, angeführt vom mächtigen Kampfmagier, ziehen es vor ganz ohne Rüstung in den Kampf zu ziehen, ihm stehen deshalb äußerst starke Zauber zur Seite, die ihnen dabei helfen, ihre Gegner auf Distanz zu halten.
Zu guter Letzt, kommt der Beschwörer ins Spiel, der den dunklen Weg der Magie gewählt hat und sich daher darauf verlässt, die gefallenen Feinde für sich zu nutzen und eigene Monster zu beschwören.
All diese 6 Klassen bilden für sich nichts Neues. Doch die Mischung und vor allem, die Skilltrees die sich wunderbar zum Spezialisieren dieser eignen, sind bis auf wenige Ausnahmen sehr gut gelungen und die Mischung dieser in Gruppen kann verheerende Wirkung haben auf deren Gegner. Das Balancing ist zwar noch nicht ganz perfekt, daran wird aber stetig gearbeitet, wurde uns versichert.
Das Aussehen der Charaktere könnt ihr mitunter selber bestimmen, dabei könnt ihr vor allem seine äußere Erscheinung nach euren Vorgaben bearbeiten. Also zum Beispiel, das Gesicht, die Hautfarbe, die Frisur und so weiter. Auch wird es später möglich sein Rüstungen in einem Clan anzugleichen, so dass man sieht wo ihr dazugehört.



Im Grunde orientiert sich das Spiel an Diablo, wer das also schon gespielt hat, der wird sich sehr gut in Hellgate zurechtfinden. Der Skilltree ist praktisch selbst erklärend, man muss also bestimmte Fähigkeiten bis zu einem bestimmten Level ausbauen oder selbst ein bestimmtes Level erreichen. Dann schaltet ihr euch nach und nach immer mehr Fähigkeiten frei. Das gleiche gilt auch für die Gegenstände, Tränke, Waffen und Rüstungen. Es gibt eine Vielzahl dieser und Unmengen von Möglichkeiten, diese zu nutzen. Zudem müsst ihr auch verzauberte Gegenstände erst mit Analysatoren entschlüsseln, so dass ihr deren Eigenschaften seht. Es gibt auch verschiedene Tränke, die nicht nur eure Gesundheit und Energie auffüllen, sondern euch auch schneller machen oder deine Schilde verbessern und so weiter. Dann könnt ihr nicht nur Zeug das ihr findet, also Waffen und Rüstungsgegenstände, verkaufen oder verschrotten. Ihr könnt diese auch zerlegen, in ihre Bestandteile. Was nicht nur dem Platzmangel im Inventar entgegen wirkt, sondern auch für die Aufwertung eurer eigenen Waffen und Rüstungen von Nutzen sein kann. Ihr könnt euere Waffen in aller Hinsicht verbessern, ihr könnt sie mit Teilen verbessern, ihnen mittels Palladium (die Währung in Hellgate) aufwerten oder mit gefundenen Modifikatoren ausrüsten. Man kann also aus einer so oder so schon tödlichen Waffe, einen Overkill machen. Was im Angesicht mancher Gegnermassen, ganz sicher nicht von Nachteil ist.

Wenn man sich dann also erstmal ausgerüstet hat und ins Getümmel stürzt, wird man sehen, dass es sich von der Steuerung von anderen Spielen dieses Genres unterscheidet. Nicht nur durch die Ansicht, die sich manuell oder schon beim Waffenwechsel ändert. Also größtenteils aus der Vogelperspektive aber auch in der 1st Person Ansicht, kann gezockt werden. Was vor allem den Spaß mit den Fernkämpfern erhöht. Gaukelt Hellgate London doch einem Ego-Shooter vor in dieser Ansicht. Das man jedoch nicht genau zielen muss, ist relativ hilfreich. Man braucht also nur in die Richtung des anvisierten Feindes halten. Aber auch das Kämpfen mit dem Schwert oder magischen Angriffen ist Problemlos ausführbar. Einfach zum anvisierten Feind und weg sind sie. Allerdings fallen einem die recht niedrige Anzahl und lieblose Gestaltung der Animationen auf. Diese wirken irgendwie nicht flüssig, teilweise abgehackt und irgendwie der Geschwindigkeit des Spiels unangemessen.

Während also die Story recht langweilig erzählt wird und die Quests zu dem auch kaum Abwechslung bieten, geht’s dann gleich auch mit der Levelgestaltung weiter. Dieser werden bei jedem neuen betreten neu erschaffen, es arbeitet also ein Zufallsgenerator im Hintergrund, der die Level jedes Mal neu zusammenwürfelt. Was zwar Abwechslung an sich bringt, aber nach kurzer Zeit auch wieder trist wirkt. Es wiederholt sich einfach zu vieles im Spiel, alles sieht irgendwie gleich aus, obwohl es sich ständig ändert. Es gibt zwar viele Details in den Levels, Zeug was rumliegt, begehbare Nebengebäude, brennende Wracks, explodierende Tonnen und Gasflaschen. Die Grafik kann man zwar als durchaus aktuell bezeichnen, aber es wirkt trotzdem altbacken.
Die Kuh aus dem Schlamm ziehen hingegen die Spezialeffekte. Darunter auch die Attacken von euch sowie der Gegner, nicht nur magische sehen einfach wundervoll aus, auch Schuss- und Projektilwaffen. Auch die Gegner sehen sehr gut aus, sehr schön detailliert und auch gut animiert. Doch kommt jetzt wieder das Wiederholen ins Spiel, die Gegner sind zwar in Massen da, aber sehen trotzdem alle gleich aus. Meistens unterscheiden sie sich nur durch wenige Details, Farben oder andere Waffen oder deren Größe und Stärke. Also irgendwie liegt dem ganzen schon kein richtiger Langzeitspaß, alles wiederholt sich und sieht dabei trist aus.

Wenn man nun denkt, der Sound reißt es wieder raus, hat man eigentlich recht, die Musik passt und untermalt das ganze treffend, doch komischerweise scheint der Einsatz dieser chaotisch, fast schon sporadisch zu sein. Teilweise passt es gar nicht ins Geschehen. Man metzelt dort also eine Gruppe von Gegner ab, die Musik ist ruhig und unscheinbar. So ist man dann fertig, setzt auf einmal eine fetzige Rockeinlage ein. Man hätte dieser aber durchaus vorher gebraucht, um den Spaß beim Ausrotten des Feindes zu erhöhen. Doch irgendwie verpasst es das Spiel häufig, die richtige Musik einzuspielen.

Der letzte Hoffnungsschimmer für den Langzeitspaß, ist der Multiplayer. Am Anfang war es noch unbekannt, ob dieser kostenfrei sein wird, wie das geschlossene BattleNet von Diablo. Doch hat sich herausgestellt, dass es so sein wird. Es wird aber weiterhin ein Abonnement angeboten, was eine Menge Ongoing Content bieten wird. Das heißt, es werden regelmäßig für die bezahlende Gemeinde, neue Maps, Monster, Waffen, Gegenstände und so weiter erscheinen. Das bedeutet aber auch, dass man im Prinzip nur gegen Geld viel weiter kommt. Muss man aber nicht, auch so kann man eine Menge Spaß mit seinen Kumpels haben. Optionen wie eigene Clanfarben und Rüstungen, sowie instanzierte Level machen das Schlachten in Gruppen interessant. Vor allem in einer bunt gewürfelten Gruppe macht das Spiel sehr viel Spaß, da die Klassen sich hervorragend gegenseitig unterstützen. Der Multiplayer sticht also aus dem ganzen Spiel heraus und wird für die Nutzer des Abonnements sicher eine Menge Spaß bieten.

Hellgate London Screenshots:



Fazit und Wertung:

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